Freitag, 12. September 2008
Gleich geht's los
Es ist windig, kalt und grau. Kein gutes Demowetter. Die IG Metall ist trotzdem optimistisch. Mit 30.000 Demonstranten rechnet sie. Mehr als 20.000 werden gleich die Bänder hier in Wolfsburg zum stehen bringen, die anderen reisen aus ganz Deutschland ein. Noch ist es ganz leer vor der Bühne mit den meterhohen Boxen, rund 200 Presseleute sind da, die Spruchbänder der Metaller sind noch zugerollt.
'Wir wollen dem Wiedeking mal zeigen, was hier Tausende Menschen denken', sagt ein Gewerkschaftssprecher. Offiziell zielt der Protest nur auf den Erhalt des VW-Gesetzes. In Wirklichkeit wollen die Arbeiter ihrem Frust Luft machen gegen all das, was in Vorständen und Aufsichtsräten in den letzten Monaten über die Zukunft von Volkswagen entschieden wurde. 'Wir wollen auch mal unsere Meinung sagen', sagt ein Metaller.
Hoffnungen setzen sie auf ihren Ministerpräsidenten Christian Wulff. Er hat angekündigt, den Anteil Niedersachsens auf 25 Prozent aufzustocken, sollte Brüssel das VW-Gesetz erneut kippen. ,Ich glaube ihm, dass er sein Wort hält', sagt der Sprecher. Jetzt dröhnt ein Bass wie ein Herzschlag aus den riesigen Boxen. ,Volkswagen, der Herzschlag Niedersachsens' steht auf einem Plakat. Gleich geht es los.
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