Copycut: Habe ich doch gestern eine Kollegin mit topierter Stirntolle gesehen - Blasphemie! Diese Frisur ist einzig und allein Suzy Menkes, der emsigen Modekritiklegende von der International Herald Tribune vorbehalten, die später noch vor der Prada-Show mit Netbook auf den Knien ganze Artikel in die Redaktion beamte. Wie immer: Respekt!!
Eine Rechenaufgabe: Wie berechnet man den Beginn einer Modenschau? - Wenn sie laut Plan um 10 Uhr anfangen soll, wird vor 10.30 Uhr selten auch nur ein Model den Fuß heben. Es sei denn, man ist zu spät, dann haben sie natürlich - Murphy's Law - akademisch pünktlich um Viertel nach begonnen. Nach circa 15 Minuten ist alles vorbei, man düst zur nächsten Location, wo es um 11 Uhr losgeht - und hat jetzt quasi bis zu 40 Minuten Zeit zum Meditieren. Da der eigentliche Akt so rasch geht, ich will mir "viel Lärm um manchmal recht wenig" jetzt verkneifen, schubst sich das System also irgendwie immer wieder selbst auf die Zeitschiene.
The very unglamorous truth: Eigentlich ist von "den Schauen" zu berichten wie tagelang im Billigflieger zu sitzen. Nur mit Top-Bordunterhaltung und einem bequemen Hotelbett jeden Abend. Thrombosestrümpfe sind dennoch keine schlechte Idee, denn abgesehen von gelentlichen Dinners, Partys und Cocktails findet das Leben auf Lilliputstühlchen und mit fast schon bedenklich intimer Tuchfühlung mit dem Platznachbarn statt.
Mailand-Blues: Mein Kollege von der L.A. Times schwärmt von 30 Grad in seiner Heimatstadt und ich würde ihn dafür gern in einer Pfütze ertränken. Im ständigen Nieselregen verlaufen die Konturen der Straßen, Häuser, Autos und Menschen zu einem graumelierten dunstigen Brei. Dazu diskutieren selbst die flamboyantesten Gestalten vor und nach den Shows ständig über die K-R-I-S-E, fürchten, dass wir alle bald in Höhlen leben werden. Oder sie betonen, alles gehe bald wieder aufwärts. Ein Anrufer im Radio schwärmt von der Toskana ...
Alleinunterhalter: Warum reden gar nicht wenige Fotografen im Einsatz ständig mit sich selbst, murmeln, schimpfen, kichern? Hat sie das einsame Kämpfen ums beste Bild zerebral angegriffen?
Vater-Stolz: Bisher hält mein iPhone erstaunlich gut durch, besonders der Akku. Wenn man den 3G-Turbo und das Datenroaming sowie den WiFi-Empfang nur bei Bedarf aktiviert, reicht die Energie locker bis spätnachts.
Sonderzahlung: Sehe ich das auf dem digitalen Reklame-Countdown an der Hauswand richtig, sind in einer italienischen Lotterie wirklich gerade über 6 Milliarden Euro zu gewinnen? Oder ist das bloß ein "Staatshilfen für Banken"-Ticker?
P.S.: Es ist längst saldi und ich war noch nicht einmal in der Nähe eines Ladens, geschweige denn habe ihn mit zig Tüten wieder verlassen. Leiden auf hohem Niveau?
Montag, 19. Januar 2009
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