Mittwoch, 28. Januar 2009

Die Weltwirtschaft, ein großes Porridge

Er gilt als die Kassandra unter den Ökonomen: Stephen Roach von Morgan Stanley sagte der Weltwirtschaft schon düstere Zeiten voraus, als viele andere noch fest an eine kurze Abschwungphase glaubten. Beim Weltwirtschaftsforum vor zwei Jahren in Davos sei er vom Podium verbannt worden, weil er als zu "bearish" galt, scherzt Roach. Diesmal ist er dabei, wenn im vollgepackten Saal die "New Economic Era" ausgerufen wird - und plötzlich ist der Pessimist der einsame Optimist unter den Untergangspropheten. Ein Wachstum von 2,5 Prozent in den nächsten drei Jahren sagt der Ökonom der Weltwirtschaft voraus - und erntet damit unter den Kollegen auf dem Podium und im Saal teils ungläubiges Staunen. 2,5 Prozent, das sei zwar immer noch "rezessiv", sagt Roach und fügt hinzu: "Wir werden es schwer haben". Doch die Stimmung zeigt auf Absturz in Davos. Er sei pessimistischer, sagt Heizo Takenaka, Direktor des Global Security Research Institute der japanischen Keio Universität. Und auch Justin Yifu Lin, Chefvolkswirt der Weltbank unkt: "Ich denke, wir sind noch nicht in der Talsohle angelangt." China allerdings sieht Lin angesichts des geplanten Konjunkturprogramms von etwa zehn Prozent des BIP einigermaßen glimpflich davonkommen. Er halte ein Wachstum von 7 bis 8 Prozent für machbar  - eine Prognose, die wiederum nicht jeder im Saal so recht nachvollziehen kann. Denn die Weltwirtschaft ähnelt, wie es der Moderator beschreibt, gerade einem Frühstücksporridge in einem schottischen Gasthof: kalt, klebrig und drumherum tanzen Fliegen. Ines Zöttl

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