Mittwoch, 21. Januar 2009

Entspanntes Finale: Giorgio Armani

Der Style: Ihm geht er offenkundig auf den Geist, der "boringly traditional look so often confused with style". Ein Leitspruch, der aus meinem Codebuch hätte stammen können, und den Giorgio Armani seiner Kollektion für Herbst/Winter 09-10 vorausschickt. Er will unterschiedlichste Stoffe zusammen wirken lassen, beispielsweise Steppwesten in Pelz gefasst und unterm Sakko getragen oder den Business-Krawattenlook mit einer weiten Samt- oder Kordhose mit großen aufgesetzten Pattentaschen ergänzen. Natürlich sieht das gut aus, es ist Armani. Und er will mehr. Will Wärme ohne Klobigkeit, samtglänzende und matte Oberflächen. Schals die Shirts werden können und in die man die Hände stecken kann. Hemden mit Stehkrägen.Trenchcoats, die derben Mänteln ähneln. Und handfeste Schuhe mit filligranen Details. Das ganze bitte in (tollen) Brauntönen, Grau, mit Gobelinstrickmustern, und bitte körpernah geschnitten. Bis auf die Hosen, die können weit und wie gewohnt fließend gearbeitet - und recht hoch mit eingearbeiteten Gürtelbändern geschnürt und herrlich dunkel smaragdgrün oder petrolfarben sein. India in the (western) metropolis.

Die Show: Und weil sie Giorgio Armanis sicherer Hand und seinem Gespür vertrauen, können, gehen die sehr harmonisch gecasteten Models gemessenen Schrittes, haben entspannte Gesichtszüge und die Hände in den Taschen oder Schals. Der Designer selbst verbeugte sich gleich nach dem letzten Model, einen Obama-Pin am Revers zur Ehre des Vereidigungstages, an dem die Show ja stattfand.

Das Must-have: Den schönsten schwarzen Samtanzug mit Nadelstreifen der ganzen Fashion Week. Und eines der Halstücher, mein neuer Tick. Außerdem: eine der (Daunen-?)Jacken, um den Körper zu schweben scheinen und auch nicht so grässlich prall ausgestopft sind (s. Michelin-Männchen).

Psst! Ziemlich zum Schluss waren Zwillinge unter den Laufstegjungs. Ich glaube die gleichen wie am Morgen bei Dsquared². Mailand ist halt klein. Und warum die Armani-Schauen die einzigen in Mailand sind, wo ziemlich regelmäßig und wie auf Kommando geklatscht wird, im Teatro Armani, habe ich auch noch nicht enträtselt.

Ups ... Eigentlich ist das Hierarchiegerangel bei den Männerschauen äußerst gering, das Sitzen in der First Row nur ein zarter Ritterschlag und keine Krönung. Doch ab und an will es ein Kollege doch mal wissen und lässt sich auf einen Platz umsetzen, der eher dem inneren Bild von seiner Wichtigkeit entspricht. Oh well ... Ich protestiere bloß, wenn ich die Buchstaben "St" auf einer Einladungskarte finden sollte. Denn das heißt "Standing" und dafür habe ich kein Ver-Ständnis!

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