Dienstag, 20. Januar 2009

Intermezzo: Im Wetteramt von Planet Diesel






1500 Quadratmeter, 5000 Jeans und die ganze Diesel-Welt (bis auf die Black-Gold-Kollektion) zum Greifen und Kaufen nah - der im November 2008 eröffnete dreigeschossige Laden auf dem Piazza San Babila weiß mit Zahlen zu beeindrucken. Als ich den bisherigen Tagesumsatz hörte, wurde mir ganz blümerant unter der Schirmmütze. Soviel verdienten früher ja nicht einmal Wall-Street-Broker (was auch immer das war) in der Woche. Aufgeteilt in mehrere Wetterzonen ist es zum konsumfreudig verlaufen, und die Mega-Boutique platzte vor jungen hübschen Menschen in Clubbing-Outfits aus allen Ziernähten.

Auf dem Weg dorthin war ich an einem gigantischen Plakat der Marke vorbeigerattert, das den Diesel-Online-Shop (bitte selbst googeln, ich bin nicht die Auskunft ...) bewarb. Wofür, überlegte ich, braucht man dann eigentlich noch Flagship-Stores und so Human-Ressourcen fressendes Zeug? Einfach klick-klick und gut is'. Einer der wesentlichen Nachteile ist wohl - nach "Ich kann's nicht vorher anfassen, reinsteigen, im Spiegel an mir sehen" - dass es keine realen Opening-Partys, Sale-Gelage und Sommer-Cocktails gibt. Denn virtueller Alkohol, mal ehrlich, das ist doch noch schlimmer als Cybersex.
Hier einige Impressionen, ich kann ja nicht mehr mitfeiern, weil ich das hier schreiben muss.

Psst! Riesig gefreut habe ich mich, Diesel-Kreativchef Wilbert Das wiederzutreffen. Zuletzt plauderten wir im Sommer 2006 in New York für ein Porträt in how to spend it, ewig her. Bei einer Zigarette in der Eiseskälte vor dem Laden schwärmte er außerdem von seinen kleinen Fluchten nach Brasilien, ohne die er den Knochenjob, gemeinsam mit Diesel-Boss Renzo Rosso den ästhetischen Kosmos der Marke weiterzuentwickeln, wohl auch kaum überleben. Aber erstmal zeigt Diesel Black Gold am 17. Februar auf der New York Fashion Week im Bryant Park.

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