Nach einem vergleichsweise gemütlichen Start kommt die Mercedes Benz Fashion Week langsam in Fahrt. 100 000 Gäste werden insgesamt erwartet, ziemlich viele scheinen schon angekommen zu sein. Am Ort des Geschehens rund um das Zelt am Bryant Park tummeln sich Touristen, Journalisten, Fashionistas. Designer lassen Taschen, Anstecker und Aufkleber verteilen. Und alle haben sich viel Mühe gegeben, in den Massen aufzufallen, haben ihre Brüste hochgepusht, die Beine freigelegt und Farben aufs wildeste kombiniert. Ein Mann trägt Schottenrock, ein anderer einen weißen Anzug mit bunten Punkten, die Ladys balancieren auf 20-Zentimeter-Hacken.
Im Zelt allerdings erregt nur eine Aufsehen. Lindsay Lohan ist gekommen mit ihrer mutmaßlichen Freundin Samantha Ronson, der Schwester der Designerin Charlotte Ronson, die gleich ihre Frühjahrskollektion präsentieren wird. Zwei Bodyguards weichen nicht von Lohans Seite, und das ist auch gut so, denn kaum hat die Schauspielerin in der ersten Reihe Platz genommen, wird sie umlagert von Fotografen und Kamerateams. Sie hat die Haare zum Dutt geknotet und lächelt brav. Ab und zu zuppelt sie an ihrem Jeanskleid, weil das Ding dann doch etwas zu tief ausgeschnitten ist (fünfte von links, siehe Foto). Der Laufsteg füllt sich mit Neugierigen, Lohan verschwindet hinter einem Blitzlichtgewitter.
Keiner achtet mehr auf die anderen Sternchen und It-People. Jefferson Hack, der Ex von Kate Moss, fällt kaum auf, obwohl schon seine schwarzweiß karrierten Socken ein Hingucker sind. Auch Marc Ronson, Musikproduzent und Bruder der Modemacherin, sitzt etwas abseits des Geschehens. Immerhin wurde Sean Lennon, der Sohn von John und Yoko, von der Meute erkannt, aber vielleicht auch nur, weil er Lohan ein Begrüßungsküsschen gab.
Die Designerin hat die erste Reihe vor allem mit Freunden und Familie besetzt, und weil die allesamt irgendwie angesagt sind, ist man versucht zu glauben, ihre Mode sei es auch. Ist sie aber in Wahrheit nicht. Nichtssagende Kleidchen, Korsagen und Pumphosen schickt Ronson über den Laufsteg - und zwar in Massen. Weil das schnell langweilig wird, schaut man dann doch lieber Lohan beim Berühmtsein zu. Oder zählt die aufgespritzen Lippen im Publikum.
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