Sonntag, 25. Januar 2009

Der Ärger der Fans

Viele Mitglieder im Saal hoffen, dass die vier zur Wahl stehenden Kandidaten aus dem Kreis des Supporters Club als Sieger vom Platz gehen. Die Supporter greifen nach der Macht in dem Kontrollgremium und haben sich hohe Ziele auf die Fahne geschrieben: Sie wollen den Kommerz im Verein blockieren und das Kulturgut Fußball für die einfachen Leute retten. Ihr Gegenspieler ist der HSV-Vorstand, vor allem HSV-Chef Bernd Hoffmann und Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Sie haben den Klub sportlich und wirtschaftlich zur Top-Form gebracht – dennoch sind sie bei den Fans umstritten. „Die Spielerpolitik lässt zu wünschen übrig“, sagt HSV-Fan Rüdiger Fründ. Vor allem der Weggang von Ivica Olic zum FC Bayern München ärgert den Hamburger. „Bei der Personalie Olic wurden grauenhafte Fehler gemacht.“ Beiersdorfer habe nicht genügend um den Verbleib des Angreifers geworben. Der Sportschef sei kein guter Mann. „Deshalb wird es heute zum Eklat kommen“, glaubt er. Von den Einpeitscher Johannes Liebnau, der in den Aufsichtsrat drängt, hält der Dauerkartenbesitzer wenig: „Mit seinen Hassgesängen geht er im Stadion zu weit – im Kontrollgremium wäre so einer unerträglich.“ Jeannette Kretzer aus Berlin kritisiert vor allem die hohen Ticketpreise: „97 Euro pro Karte, das ist zu heftig“, sagt sie. Beim Nordderby gegen Werder Bremen mussten die Fans bis zu 97 Euro hinblättern - erstmals blieben 1000 Karten liegen.

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