Montag, 19. Januar 2009

In vino textilitas: Etro

Der Style: Vor einem Turm aus Weinflaschen zeigte man bei Etro, wie die Weine und Harlekin zusammen passen. Erstere lieferte die Farben - wundervolle Rottöne in den Stufen Merlot, Barolo und Brunello - und von letzterem stammen die geometrischen Muster, wie mit einem Kaleidoskop eingefangen und weitergedreht. Auf einigen Jacken und Mänteln erzielt Etro mit hohen Waffelstrukturen spannende 3-D-Effekte.
"Wein reißt uns die Maske vom Gesicht", formuliert Designer Kean Etro die Mission, uns durch Mode wieder "echter" zu machen. Die recht langen Jackets wiederum sollen sich "beschützend" um uns legen, wie auch die Mega-Makramé-Schals. Unter den geräumigen Mützen im Reggae-Look wiederum könnten sich Ideen richtig "entfalten". Da sagt noch einer, Mode sei hirnloses Chichi!

Die Show: Ich freue mich jedes Mal SEHR darauf, bei Etro zu Gast zu sein. Vielleicht weil ich den wirklich einzigartigen Kean Etro vor Jahren einmal persönlich kennenlernen durfte. Vieleicht auch, weil man sich willkommen fühlt und merkt, wie viel Spaß Macher und Models bei der Kreation und dem Präsentieren einer neuen Kollektion haben. So zumindest mein subjektiver Eindruck. Welcher Designer erscheint schon mit einer rosaroten Zipfelmütze aus Wolle zum Schlussbild und marschiert dann mit allen Beteiligten in einem Karnevalszug durch die Eventhalle?
Auch dass neben jungen Models erneut einige 50- oder gar 60-Plus-Dressmen (und eine wunderschöne betagtes Mannequin mit langem grauem Zopf) Kean Etros Entwürfe zeigten, ist für mich - call me sentimental - eine feine Toleranz-Botschaft.

Das Must-have: Ich hoffe, die Brillen mit 3-D-Stoffbezug gehen in Serie!

Ups ... Ganz ehrlich, den King-Kong-Flokati-Mantel hätte ich jetzt nicht gebraucht.

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