>Die Verfechter des Kapitalismus haben derzeit keinen guten Stand. Auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos sitzen sie allenfalls in der dritten Reihe. Viel ist dafür vom wieder erstarkten Staat die Rede, der nun die Scherben des Versagens der Banker aufsammeln müsse.
Umso demütigender, dass sich da einer zum Fürsprecher des Marktes macht, von dem es die meisten wohl nicht erwartet haben: Wladimir Putin, der russische Ministerpräsident. Beredt wie gewohnt warnte Putin in seiner Eröffnungsrede vor allzu blindem Vertrauen in die Fähigkeiten des Staates. Ja, es stimme, das Unternehmertum habe es in den vergangenen Monaten an persönlicher Verantwortung fehlen lassen. „Aber es ist nicht bewiesen, dass wir bessere Lösungen dadurch erzielen, dass wir die Verantwortung auf den Staat verschieben.“ Putin immerhin weiß, wovon er redet. „Im 20. Jahrhundert machte die Sowjetunion die Rolle des Staates absolut. Diese Lektion haben wir teuer bezahlt.“ Aber das ist ja lange her. - Ines Zöttl
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