Wie hat Angela Merkel einmal so schön gesagt: Wenn da plötzlich ein Autos stehe, das aussieht wie ein Smart, aber keiner ist „dann ist das nicht gut" - in der Regel handelt es sich dann nämlich um ein chinesisches Plagiat. Doch das war damals, als es der deutschen Wirtschaft noch gut ging. Inzwischen sind die Zeiten härter und nun heißt es lernen vom chinesischen Modell. Und so bedient sich Merkel bei ihrem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum gestern ungeniert woanders. Die soziale Marktwirtschaft Deutschlands das sei der Weg aus der Krise, verkündet sie selbstbewusst, „der dritte Weg“ zwischen Kapitalismus und Staatswirtschaft.
Der Mann, der das Copyright auf diesen Begriff geltend machen könnte, ist ja von der politischen Bühne verschwunden. Es war der frühere britische Premier Tony Blair (und sein Vordenker Anthony Giddens), die in de 90er-Jahren Sozialdemokraten in ganz Europa für den „dritten Weg“ begeisterten. War es der chinesische Ministerpräsident Wen Jiaboa, der bei seinem Berlin-Besuch am Donnerstag die deutsche Kanzlerin von den Vorzügen des Kopierens beim Konkurrenten überzeugte? Wir wissen es nicht. Aber um es mit Merkel in Davos zu sagen: Nichts ist unmöglich. - Ines Zöttl
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